Anfang der 60er Jahre erkannten deutsche Fachkreise, dass sich die Entwicklung moderner und innovativer Verpackungen über einen Verpackungswettbewerb fördern und stimulieren lässt. Angeregt durch den Eurostar der European Packaging Federation wurde so der Deutsche Packungs-Wettbewerb ins Leben gerufen.
Der 1. Deutsche Packungs-Wettbewerb fand 1963 anlässlich der 3. Interpack-Messe statt. Veranstaltet wurde die Veranstaltung von der Rationalisierungs-Gemeinschaft Verpackung (RGV) im Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) e. V.
Zu den entscheidenden Ideengebern des Verpackungspreises zählte Johannes Hoffmann, Gründer und erster Chefredakteur des Magazins „neue verpackung“ (Porträt als pdf). Später entwickelten Johann-Christian Schneider und Prof. Dieter Berndt das „Flagschiff“ der deutschen Verpackungswettbewerbe weiter.
Im ersten Jahr wurden 256 Wettbewerbsmuster eingereicht. Das war auf Anhieb die zweithöchste Beteiligungszahl aller europäischen Verpackungswettbewerbe bis zu diesem Zeitpunkt. Damit war dem Preis ein starker Start gelungen.
Einer der ersten Preisträger war übrigens Wolfgang Schmittel, der unter anderem für die Siegerfirma Braun als Grafiker arbeitete und laut Wikipedia als Urvater der Corporate Identity und des Corporate Design gilt.
Die Broschüre des 1. Deutschen Packungs-Wettbewerbs formulierte die Ziele und Absichten des neuen Verpackungswettbewerbs wie folgt:
Sinn und Zweck des Deutschen Packungs-Wettbewerbs ist, Packungen auszuzeichnen, deren technisch-wirtschaftliche Vorzüge und deren grafisch-werbliche Form beispielhaft und richtungweisend sind. Maßstab für die Bewerbung ist allein die schöpferische Leistung, die neue, gangbare und erfolgversprechende Wege zur Verbesserung der Verpackungssituation aufzeigt. Es ist nicht die Aufgabe der Jury, Packungen nach ihrem geschäftlichen Erfolg zu werten, weil dieser kaum messbar und nicht vergleichbar ist und nie ein Kriterium im Sinne eines fördernden Wettbewerbs sein kann.
Modernisiert und an aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen angepasst, drückt dieser Text auch heute noch die Leitgedanken für den Deutschen Verpackungspreis aus.
Hier sehen Sie drei der Gewinner aus dem ersten Jahr.
Urteil der Jury: Die Frischhalteschachtel für pulveririsiertes Kartoffelpüree ist eine Vakuumpackung mit wasserdampf-, aroma- und lichtdichter Auskleidung. Sie schützt das hochempfindliche Füllgut ausreichend. Die Kennzeichnung ist verbrauchergerecht, die Haltbarkeitsangabe für den Inhalt deutlich und gut placiert.
Hersteller: Carl Schwendemann, München
Einsender: Pfanni-Werk Otto Eckart KG, München
Urteil der Jury: Neuartig an dieser Packung für Speiseöl ist vor allen Dingen die Form der Feinblechdose mit praktischem, verbrauchergerechtem Ausgießer. Der Gesamteindruck ist verkaufsfördernd und einprägsam.
Einsender: Margarine-Union AG, Hamburg
Gestalter: LINTAS GmbH, Hamburg
Hersteller: Lubeca Werke, Lübeck
Urteil der Jury: Mehrzweckeigenschaften stehen hier bei dieser Konstruktion im Vordergrund. Die Packung für den elektrischen Rasierapparat ist zu gleicher Zeit Schau- und Verkaufspackung, Reiseetui und Aufbewahrungsbehältnis. Sie passt sich dem Firmenstil an, strahlt eine noble Atmosphäre aus, entspricht der Mentalität des Käufers und bietet einen wirksamen Schutz für ein hochwertiges Gerät.
Einsender: Braun AG, Franfurt/Main
Hersteller (Etui): Heinrich Grunert, Offenbach-Rumpenheim;
(Schiebeschachtel) Gevus-Kartonagen, Fulda
1996 wurde die Austragung des Verpackungs-Wettbewerbs dem Deutschen Verpackungsinstitut (dvi) e.V. überantwortet. Ziel war es, die alle drei Jahre stattfindenden Veranstaltung weiter zu stärken und zu profilieren. Das Konzept ging auf, so dass der traditionsreiche Preis seit 1999 jährlich vergeben werden kann. Nicht zufällig steht der Wettbewerb seitdem auch unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Wirtschaft und Technologie.
Im Onlinearchiv können Sie einen Blick auf alle Wettbewerbe seit 1996 werfen.
Der Deutsche Verpackungspreis auf Wikipedia.









