Liebe Leserinnen, liebe Leser,
herzliche Glückwünsche an alle Nominierten – ein herzliches Dankeschön an die Jury, die wahrlich keine leichten Entscheidungen zu treffen hatte: Im Wettbewerb um den Deutschen Verpackungspreis 2008 sind jetzt die Würfel gefallen. Und nicht nur jenen Kandidaten, die damit für den Award nominiert wurden und im Herbst vielleicht sogar als Preisträger im Rampenlicht stehen werden, gebührt Hochachtung.
Mit weit über 300 zugelassenen Bewerbungen lag die Beteiligung erneut auf Top-Niveau – höher, als wir es in diesem Jahr der internationalen Super-Events eigentlich erwarten konnten. Allein schon dieser starke Zuspruch zu unserem anspruchsvollen Contest setzt, wie ich finde, ein sehr positives Zeichen für die Motivation und Fortschrittsorientierung der Verpackungswirtschaft. Einmal mehr haben die Teilnehmer ein beeindruckendes Bild von der Kreativität, der Konstruktivität und Innovationskraft unserer Branche geliefert: quer durch sämtliche Kategorien und von versierten Professionals bis hin zu den Youngsters in unserem Metier.
Letzteres freut mich übrigens besonders. Die verstärkte Öffnung unseres Wettbewerbs für den Nachwuchs war zweifellos richtig und wichtig – die Resonanz bei Schülern, Studenten und Auszubildenden bestätigt es. Dass wir auch im Rahmen unseres Nachwuchspreises nicht einfach bloß anerkennenswerte Ansätze, sondern wirklich imponierende, klug konzipierte Beiträge erhalten haben, kann nur optimistisch stimmen. Für die Entwicklung der Zukunft brauchen wir erfahrene Profis ebenso wie motivierte, fähige Nachwuchskräfte.
Die Preisverleihung am 12. November in Nürnberg – diesmal im Umfeld der 'BRAU Beviale' – verspricht also auch unter diesem Aspekt interessant und spannend zu werden. Seien Sie dabei!
Ihr
Burkhard Lingenberg
dvi Vorstandsmitglied und Beiratsvorsitzender für den Deutschen Verpackungspreis

- Jury bei der Arbeit
Deutsches Verpackungsinstitut prämiert in 7 Kategorien
Seit Ende August stehen sie fest: die 54 Kandidaten des Deutschen Verpackungspreises 2008. Der „Oscar der Verpackungsbranche“ wird seit 1963 vom Deutschen Verpackungsinstitut (dvi) ausgeschrieben und erfreut sich großer Resonanz sowie internationaler Aufmerksamkeit. In einer zweitägigen Jurysitzung auf dem Gelände der NürnbergMesse wurden die Nominierungen aus insgesamt 326 Einreichungen ausgewählt. Die Preisverleihung findet am 12. November im Rahmen der europäischen Getränkemesse BRAU Beviale in Nürnberg statt.
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Technischer Direktor Coca-Cola GmbH, Juryvorsitzender des Deutschen Verpackungspreises 2008
Die 326 Einreichungen stammen aus allen Branchen und Bereichen des Verpackungswesens. Wie können wir uns die Arbeitsweise Ihrer Jury bei dieser hohen Anzahl und Vielfalt der Einsendungen konkret vorstellen?
Die Jury des Deutschen Verpackungspreises besteht aus 13 unabhängigen Hauptjuroren und wird von einer 11-köpfigen Fachjury aus den verschiedenen Verpackungsbereichen beraten. Zu Beginn der zweitägigen Sitzung werden alle Einreichungen in die 7 Verpackungskategorien aufgeteilt – das macht die hohe Anzahl und Diversität der Konzepte schon um einiges überschaubarer. In einem ersten Durchgang begutachten die jeweiligen Fachjuroren alle Arbeiten einer Gruppe nach ihrem neuen, innovativen Charakter. Die erste Überlegung ist, gibt es diese Idee bereits auf dem Markt. In einer weiteren Runde sichtet die Fachjury alle Unterlagen und bewertet sie im Hinblick auf ihre Prämierungswürdigkeit. Gemeinsam mit der Hauptjury wird anschließend eine erste Auswahl getroffen. Rund die Hälfte der Einreichungen kommt in die nächste Runde. Am zweiten Tag trifft sich die Hauptjury für einen nächsten Durchgang und sichtet die Konzepte nach den durchgängigen und feststehenden Bewertungskriterien auf ihre Schlüssigkeit. Jedes Jurymitglied hat für jedes Objekt maximal 3 Punkte zur Verfügung. Nach einer weiteren Beratungsrunde und eingehenden Diskussionen werden die Nominierungen und Prämierungen eindeutig nach Punkten vergeben. Neben dem Neuheitsgrad und der Funktionalität beurteilen wir die Wirtschaftlichkeit, das Design, die Emotionalität, Ökologie und Sicherheit der Verpackungsideen. Die Jury hat es sich bei ihrer Arbeit und ihren Entscheidungen nicht leicht gemacht. Wir wägen die einzelnen Bewertungskriterien bei jeder einzelnen Einreichung mehrfach ab und arbeiten dabei streng nach dem Neutralitätsprinzip. Bei der Vielzahl der Einreichungen sind die 10-15 %, die jährlich für den Deutschen Verpackungspreis nominiert werden, bereits eine große Anerkennung für die kreative und innovative Leistung der Teilnehmer.
Sie suchen mit Ihrer Jury nach funktionalen und neuartigen Ideen. Dabei berücksichtigen Sie auch die wirtschaftlichen und technischen Aspekte, das Verpackungsdesign und die Umweltverträglichkeit. Welche Innovationen und Tendenzen können Sie bei den diesjährigen Nominierungen feststellen?
Was bei den Einreichungen in diesem Jahr besonders auffällt, ist die bestechende Einfachheit und überraschende Kombination in vielen Konzepten. Die Innovationen sind weniger in neuen technologischen und mechanischen Ansätzen zu finden sondern vielmehr in ergonomischen und ökologischen Aspekten. Die Verbesserungen für den Anwender und den Verbraucher stehen ebenso im Mittelpunkt wie der effiziente Einsatz von Material und Produktionsaufwand.
Mit 127 Einsendungen ist die Verkaufsverpackung als stärkste Gruppe repräsentiert. Hier steht – neben den Kriterien Ökologie, Emotionalität und Sicherheit – vor allem die Funktionalität für den Verbraucher im Mittelpunkt. Konnten Sie bei den Nominierungen feststellen, dass die Verkaufsverpackung nutzerfreundlicher geworden ist?
Die Nutzerfreundlichkeit gehört eindeutig zu den Innovationen und Trends bei dem diesjährigen Wettbewerb. Hier haben wir eine beeindruckende Anzahl von neuartigen Lösungen, die die Funktionalität für den Verbraucher in jeder Hinsicht erhöhen – von der leichten Handhabbarkeit beim Öffnen des Produkts, über neue Ideen für wieder verschließbare Verpackungen, bis hin zu einem möglichst geringen Materialeinsatz.
Bei den 54 Nominierungen für den Deutschen Verpackungspreis ist die Kategorie Maschinentechnik gleich mit 11 starken Konzepten vertreten. Welche Schwerpunkte sehen Sie bei der neuen Verpackungstechnik?
Die Maschinentechnik und ihre Entwicklung sind ein sehr heterogenes Feld. Hier verbinden sich neue Verpackungsideen und komplexe Produktionsanlagen auf sehr spezifische Art und Weise. Bei neuen Entwicklungen in diesem Bereich geht es in erster Linie darum, die Produktionsprozesse zu optimieren. Dabei stehen ökologische und wirtschaftliche Verbesserungen im Mittelpunkt. Auch mit diesem Bereich haben sich drei kompetente Juroren beschäftigt und die umfangreichen Unterlagen aus Videomaterial und Arbeitsskizzen begutachtet – oft auch in Rücksprache mit den Teilnehmern, um alle Details eingehend zu klären.
Die Verpackungsingenieure eines Unternehmens arbeiten eng mit sehr unterschiedlichen Abteilungen zusammen, mit Produktionsabteilungen und Marketing-Kommunikation. Dabei erfüllt der Verpackungsbereich beachtliche Schnittstellenfunktionen von der Technik und Logistik, über die Nutzerfreundlichkeit, bis hin zur Wahrnehmung eines Produkts auf dem Markt. Wie sollte die Konzeption und Umsetzung einer Verpackungsidee idealerweise gestaltet werden, um diesen komplexen Anforderungen erfolgreich zu begegnen?
Die Herangehensweise bei der Konzeption und Realisation einer neuen Verpackung ist sehr unterschiedlich. Sie hängt stark von der Wertschöpfungskette des einzelnen Unternehmens ab. Aus meiner Sicht trägt die Verpackung maßgeblich dazu bei, eine Markenidentität aufzubauen und das Unternehmen mit seinen Werten unverwechselbar auf dem Markt von anderen zu unterscheiden. Der Verpackungsingenieur hat hier als erstes die Aufgabe, das Marketingkonzept in ein Verpackungskonzept umzusetzen. Idealerweise stellt er eine Symbiose her zwischen den Umweltanforderungen und den Marketingbedürfnissen eines Unternehmens. Die Umsetzung ist ein wechselseitiger Annährungsprozess – der Verpackungstechniker in diesem Sinne ein Symbiosetechniker. Dabei muss die Verpackung schlüssig zu dem Produkt passen; denn mit dem Produkt entsteht der unmittelbare Kontakt zum Kunden. In den gesamten Entwicklungsprozess müssen natürlich auch ökologische und produktionstechnische Rahmenbedingungen einfließen, nicht zuletzt um vom Verbraucher und vom Handel akzeptiert zu werden. Schließlich soll die Verpackung Lust machen, das Produkt in die Hand zu nehmen und es zu kaufen.
12. Nov. 2008
Preisverleihung Deutscher Verpackungspreis 2008 in Nürnberg
Veranstalter: Deutsches Verpackungsinstitut e. V./Nürnberg Messe GmbH
11. Nov. 2008
Trends bei Getränkeverpackungen
(Nachhaltigkeit – Convenience – Design) in Nürnberg
Veranstalter: Verpackungsakademie
12. - 14. Nov. 2008
BRAU Beviale – 48. Europäische Fachmesse für die Getränkewirtschaft in Nürnberg
Veranstalter: Nürnberg Messe GmbH
18./19. Nov. 2008
Basiswissen Verpackung – Seminar über die Grundlagen der Verpackung in Leipzig
Veranstalter: Verpackungsakademie
18. - 21. Nov. 2008
PACK&MOVE – Schweizer Fachmesse für integrierte Logistiklösungen und Verpackungstechnik in Basel
Veranstalter: MCH Messe Schweiz (Basel) AG



